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22.04.2016, 15:11 Uhr
Die Macht der Mode
Kreisfrauen Union zu Gast im Industriemuseum Cromford

„Die Macht der Mode“ – unter diesem Titel stand die „anziehende“ Zeitreise durch das Ratinger Textilmuseum Cromford der Damen des Kreisvorstandes der Frauen Union Mettmann. Die Leiterin des LVR-Museums, Claudia Gottfried, erläuterte während des Rundgangs durch die Baumwollspinnerei, dass Gesellschaft und Politik als die wahren Modemacher der ersten 20 Jahre des 20. Jahrhunderts gelten. Nicht die Geschichte der Emanzipation allein verkürzte die Röcke, sondern die Moderne, so Gottfried. Mit der Industrialisierung musste Mode zweckmäßig werden, um die Bedürfnisse der Frauen, besonders der berufstätigen, zu erfüllen.

Der Frauen Union Kreisverband Mettmann besucht die Ausstellung "Die Macht der Mode" im Industriemuseum Ratingen Cromford.

Die Ausstellung zeigt, dass das „neue Bild der Frau“ der 1920er Jahre, welches wir heute in unseren Köpfen haben (rauschende Feste, reich bestickte, mit Pailletten besetzte Kleider, rauchende Frauen), medial gemacht war. Glanz und Gloria gab es in den Arbeitermilieus nicht. Die Frau ging arbeiten, weil sie musste. Lediglich in den bürgerlichen Kreisen hatten sie die Wahl.

Emanzipation und die frühe Industrialisierung sind eng miteinander verbunden. Mit der Einbeziehung von Frauen in den Arbeitsprozess und einem Aufbrechen klassischer Familienstrukturen wuchsen nicht nur die Arbeiterorganisationen und die Arbeiterbewegung, sondern auch eine Bewegung der Frauen, die mehr ökonomische und politische Rechte forderte. „Die Ausstellung „Die Macht der Mode. Zwischen Kaiserreich, Weltkrieg und Republik“ zeigt diese Zusammenhänge auf“, so Dr. Annette Koewius, Vorsitzende der Frauen Union, die zu diesem spannenden Nachmittag geladenen hatte. Ein besonderer Dank der Vorsitzenden ging an Gottfried für die eindrucksvolle Führung durch die Sonderaussetellung.