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Presse
15.07.2011, 13:01 Uhr | Rheinische Post/ VON NORBERT KLEEBERG
Sorge um Energie-Chaos
Bei einer Podiumsdiskussion der CDU und der Frauen Union im Bürgerhaus Frankenheim hat sich gezeigt: Die Folgen der Energiewende werden gravierend sein. Kritiker befürchten deutlich höhere Preise und Engpässe.

Deutlich höhere Preise für den Verbraucher und gravierende Gefahren in Sachen Versorgungssicherheit: Gehen in Deutschland nach dem beschlossenen Atomausstieg erst einmal die Lichter aus? Die Podiumsdiskussion der CDU sowie der Frauen Union (FU) Ratingen und Kreis Mettmann hat sehr deutlich gezeigt, wie stark die Verunsicherung an der Basis ist.

Herbert Reul (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie im Europäischen Parlament, Marie-Luise Dött (CDU), umweltpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sowie Dr. Michael Fübi (RWE Technology GmbH) haben unter der Moderation von Dr. Antje Höning, Ressortleiterin Wirtschaft der RP, über die vielbeschworene Energiewende gestritten. Für Dött kommt der Atomausstieg einer "Operation am offenen Herzen" gleich, die Arbeit fange jetzt erst an. Reul kontert, dass es sich um eine "lebensgefährliche Operation" handele, die Versorgungssicherheit sei extrem gefährdet, ebenso der Investitionsstandort Deutschland.

RWE-Manager Fübi, seit fast 30 Jahren Mitglied der Ratinger CDU, betont verärgert, dass die Energiewende beschlossen worden sei, ohne nach der Meinung der politischen Basis gefragt zu haben.

Für ihn persönlich ist klar: Spätestens im Herbst werde er sich ein Notstrom-Aggregat für die heimische Nutzung zulegen – falls tatsächlich die Lichter ausgehen sollten.

Der Atomausstieg ist aus Sicht der Diskussionsteilnehmer ein teures Unterfangen: Neubau von Windkraftparks, Photovoltaikanlagen und Stromspeichern sowie Investitionen für Energieeffizienz – die Kosten dafür werden auf 40 bis 50 Milliarden Euro geschätzt. Auf der anderen Seite kursieren aber auch Zahlen von bis zu 140 Milliarden Euro. Befürworter des radikalen Atomausstiegs betonen stattdessen, dass der zu erwartende Boom bei den erneuerbaren Energien zu einem Wirtschaftswachstum des Landes beitragen wird.

Einer Forsa-Umfrage zufolge sei die Mehrheit der Deutschen mittlerweile der Meinung, dass man nicht vollends auf die Kernkraft verzichten könne, unterstreicht Reul, der zu den vehementen Kritikern des schnellstmöglichen Atomausstiegs gehört. Gas- und Kohlekraftwerke sollen für den nötigen Puffer sorgen, um den Ausbau der erneuerbaren Energien schneller vorantreiben zu können. Fübi erläutert, dass es in finanzieller Hinsicht sehr schwierig sei, solche Kraftwerke in Deutschland zu bauen.

Brüchige Grundlage

Immerhin: Im Krefelder Chemiepark soll nun ein neues Gaskraftwerk 1200 Megawatt Strom liefern, das zunächst geplante Kohlekraftwerk war auf 750 Megawatt ausgelegt. Das neue Kraftwerk mit einem Investitionsvolumen von 600 Millionen Euro soll bis 2017 in Betrieb gehen.

Fazit: Die Basis murrt heftig, weil es bei der Umsetzung der Energiewende viele unbeantwortete Fragen gibt. Die Grundlage für die neuen Gesetze ist äußerst brüchig. Es fehlt vor allem Planungssicherheit. Und am Ende gibt's für den Verbraucher – so die allgemeine Befürchtung – buchstäblich eine kalte Dusche. Frage des Tages